Startseite » Aktuelles » «Gespenster» als Grundmotiv in neuem norwegischen Roman

«Gespenster» als Grundmotiv in neuem norwegischen Roman

Um einen Krieg verarbeiten zu können, braucht es mehrere Generationen. Die Vergangenheit spukt in uns wie in Ibsens Gespenster, meint Wilma Lie, in deren Debütroman die Hauptfigur nach dem Tod der Mutter unbekannte Seiten an ihrer Familie entdeckt und – bevor sie in Berlin die Gespenster inszenieren soll – ein neues Verhältnis zu Ibsen entwickelt.

Während die Hauptperson in GESPENSTER, Elizabeth, sich mit Ibsens gleichnamigem Drama in Berlin auf ihr Comeback als Regisseurin vorbereitet, wird sie durch den Tod der Mutter in ihre Osloer Kindheit zurückgeworfen, geprägt von ihren Eltern, die im Zweiten Weltkrieg in der Widerstandsbewegung tätig waren, in eine Kindheit voller Geheimnisse und Verschwiegenheit. Es kommt zu einem Wiedersehen mit dem geisteskranken Bruder, Victor, und in der Wohnung der Mutter erscheinen ihr die Dämonen der Vergangenheit parallel zu Ibsens Gespenster und sie gerät in eine seelische Auseinandersetzung, bei der sie sowohl ihre Haltung zu Ibsen, zu ihrer Familie, als auch zu sich selbst revidieren muss.

Wilma Lie, geboren 1949 in Oslo, ist ausgebildete Dramaturgin, arbeitete für das Theater und als Schauspiellehrerin. GESPENSTER ist ihr erster Roman, und sie steckt gerade mitten in der Arbeit an ihrem nächsten.

Wilma Lie